Nach meinem letzten Bericht über das Biken im Hunsrück mit Bike&Hike Idarwald, wollte ich eigentlich meine Saison beenden, und in die Winterpause gehen. Nun gab es paar Menschen (wirklich nur ein paar) die meinten meine Berichte hätten eine aufmunternde Wirkung. Kann ich nun gar nicht verstehen, sonst soll ich nicht so viel reden. Aber in Zeiten wo in Trier einer durch die Fußgängerzone rast um Menschen zu töten, irgendein Vollhonk meiner Mutter im Geschäft aufgelauert hat, um ihr den Geldbeutel aus der Tasche zu ziehen, und ihre ganze Kohle abzuziehen wie das heutzutage so schön heißt. Zusammenhalt und Solidarität ein Fremdwort scheint, sitze ich hier und hoffe das ich dem/der ein oder anderen ein Lachen aufs Gesicht schreiben kann.  In der Glotze laufen die Toten Hosen, ein Mitschnitt vom „Laune der Natur“ Konzert am Bostalsee, meine Lieblingsband schon seit ich denken kann (ich habe sogar Bettwäsche der Hosen). Die Vulkaneifel mit ihren Maaren ist sicher ein Bericht wert, ich hänge da auch öfter rum als ich das als Hunsrücker tun sollte. Rumhängen ist vielleicht auch das falsche Wort. Ich führe schließlich das Eifelvolk mit dem Hunsrückvolk zusammen. Das ist ja ein wenig so wie in Österreich mit den Piefkes und Barzis. Früher wäre ich für diese Arbeit gesteinigt worden, heute mit Gold aufgewogen, hat nur noch keiner gemacht. Also habe ich das Bike eingepackt, ab in die Eifel. Wenn ich vor Ort bin kann ich besser denken.

Jaques Berndorf schreibt ja wie viele wissen tolle Eifelkrimis, und mag genauso gerne Bratkartoffeln mit Spiegelei wie ich. Einer seiner tollen Werke heißt Eifelliebe. Und als ich so überlege wann es zwischen mir und der Eifel geknistert hat, musste ich tatsächlich schon ein paar Jährchen zurück gehen in der Zeit. Es war wohl 2013 als ich das erste Mal am Schalkenmehrener Maar aufgeschlagen bin. Dort fand die Deutsche Meisterschaft im Cross Triathlon statt. Frisch in meinem Freundeskreis und Top Favorit auf den Titel mein Kumpel Jens Roth - Triathlet der mich mitnahm. Damals noch fast ausschließlich für Dextro Energy auf Events unterwegs, mit 110 kg noch weit davon entfernt wieder Sportler zu sein. Ich war fasziniert von der Maar Arena, der Leidenschaft der ganzen Region für diese Veranstaltung, gerade als Eventmann sieht man sowas gerne. Meine Augen sahen damals das die Verpflegungsstelle unterbesetzt war, so dass ich mich einfach dazu gesellt habe. Natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken, so konnte ich Jens perfekt anfeuern, motivieren und verpflegen. Die meisten wissen wie das ausging. Jens lag an Erster Stelle mit Sechs Minuten Vorsprung als er sich den Reifen irreparabel geschlitzt hat. Das Zuschauerrad das man ihm sofort gegeben hat war verboten, und Jens wurde Disqualifiziert. Anstatt Hauptakt auf der legendären Maar Party, gabs Kaffee und Aufbaugespräche in Monzelfeld auf der Gartenmauer nachts um 2 Uhr. Heute lachen wir darüber, aber was war das für ein Scheiß im Jahr 2013.






















Dafür das mein erstes Eifel Erlebnis eher doof war, war alles was danach kam umso besser. Jens wurde Seriensieger und mehrfacher Deutscher Meister, Dextro Energy Sponsor, Das Orga Team rund um Lothar Kaspers Freunde, das Schalkenmehrener Maar mein Wohnzimmer. 2015 waren der VCT und der Vulkanbike Marathon meine allerersten Rennen nach meiner Rückverwandlung in einen Fast- Sportler. Natürlich den Triathlon im Teamwettbewerb, denn laufen kann ich ja nicht mehr. Einige Fragen immer noch schmunzelnd wo ich denn nach Zielankunft immer hingerannt bin, was soll ich sagen. In die Hecken zum Rauchen war ich, öffentlich war es mir zu peinlich als einziger Raucher zwischen allen Maschinenmenschen. Da habe ich mir auch geschworen nicht mehr zu rauchen, was bis heute funktioniert, dank Miriam Moll. Für einen Kaffee nach dem Rennen muss ich mich auch nicht mehr verstecken. Höchstens wenn Torben aus meinem Ciclista RCC Team in der Nähe wäre. Der könnte mir tatsächlich nicht nur Eier von freilaufenden Hühnern, sondern auch schwarzen Kaffee vermiesen.

Der Sascha von Dextro Energy kam sogar mal inkognito schauen warum ich ihm immer für das Rad am Ring Event Absage. Das war oftmals parallel mit dem VCT. Als er sah was da am Maar los war, hat er nie mehr gefragt. Ich bin mir fast sicher er wollte tauschen. Er Maar, ich Ring. Das hat er sich aber nie getraut anzuordnen. Aber 2019 hat es ja mal mit beiden Events geklappt, was definitiv auch einen Bericht wert wäre.
















Auch ohne Rad hat es mich in die Eifel gezogen. Mit einer Freundin habe ich mich nach den Nachtdiensten immer dort getroffen. Hier konnte man über Probleme auf der Arbeit oder im Leben reden, oder auch einfach nur über die Welt lästern oder ins Maar schauen. Frühmorgens, wenn der Nebel über den Maaren wabbelt, strahlt das schon eine ungeheure Macht, Energie und Mystik aus. Am Gemündener Maar sind wir zur anderen Seite geschwommen, wenn wir zurückkamen waren die Probleme gelöst, oder haben einfach auf der Wiese rumgelungert. Die Location erinnert mich immer an die „Eis am Stiel“ Filme, wenn Bobby, Momo und Jonny mit Spiegeln unter den Umkleidekabinen gespannt haben. Dort sieht es genauso urig aus. Saugut. Es gäbe noch 500.000 weitere Geschichten.

So habe ich mich immer mal wieder in die Eifel verlaufen. Den Bestechungsversuchen mich öffentlich zur Eifel zu bekennen konnte ich sehr lange widerstehen. Aber irgendwann musste ich dann doch eingestehen das es dort auch ganz schön sein kann.

Im Laufe der Zeit lernt man natürlich auch in der Eifel die positiv verrückten Typen kennen, und man stellt schnell fest, die sind genauso doll wie mein Team und ich. Allen voran der Uli Heinrichs. Kennen gelernt bei seiner eigenen Veranstaltung dem Springbreak . Das ist die Saisoneröffnung von Eifelbike.  Das Ganze findet im Trailparks Vulkaneifel statt. Diese Tour ist für die MTB Gemeinde eigentlich schon heilig. Da dachte ich schon was ein bekloppter Kerl. Die nächste Begegnung die ich mit Uli hatte, war beim Vulkanbike Marathon in Daun. Gerade wollte ich völlig fertig vom Rad steigen, und die Skipiste hochschieben. Ich befand mich auch schon im Delirium, hatte Halluzinationen und sah irgendwie RiesengroßeMegaBoxen am Wegesrand stehen, und ein Typ der Uli ähnlichsah. Fata Morgana? Nein das war wirklich Uli, Der hat mir auch noch zugerufen ich soll gefälligst da hochfahren, dann kam Musik aus diesen Dingern raus, laute Musik, ACDC und so… also nicht absteigen, und mit 5 Km/h (das ist kurz vor der Umfallgrenze) die Piste hoch. Ich könnte noch viele Sachen über Uli schreiben, unsere Wege kreuzen sich mittlerweile für den guten Zweck regelmäßig. Und außerdem macht er die geilsten Maar und Traktor Bilder, von denen er mir paar zur Verfügung gestellt hat.

Dann gibt es noch den Alfons Benz, den radelnden Reporter der sicher den Weltrekord im „Reden ohne Luft holen“ tragen sollte. Unglaublich was der Kerl sich im regionalen/Deutschlandweiten MTB und allgemeinen Sport auskennt. Mit ihm als Moderator wird jedes Event gleich noch viel geiler. Und ich muss das wissen, denn während dem Event muss ich ihm ja schließlich solange zuhören bis der letzte im Ziel ist. Manchmal ist das ganz schön lange. Dann kam der Kerl auch noch öfter an meinen Stand und wollte Fachwissen für die Öffentlichkeit von mir wissen. Stellt Euch das mal vor.  Völlig unvorbereitet und nicht geschminkt musste ich ihm ohne Souffleuse Rede und Antwort geben.

Dann erreichte uns 2020 die Corona Pandemie. Ich hatte vorher schon davon gehört, und mein Kumpel Glomser Gerrit hat im Januar schon gesagt Toto das wird übel. Aber ehrlich gesagt dachte ich das kommt nicht zu uns nach Deutschland. Das ging wahrscheinlich vielen so. Meine damalige Teampartnerin und ich starteten noch beim XDuathlon in Trier, als die Meldungen sich überschlugen. Nun war es da. Viele Menschen in Schockstarre, ihrer Träume und Pläne beraubt. Aber als jeder von Zusammenhalten gesprochen hat dachte ich cool, das hört sich doch mal gut an, eine gute Chance alles ein wenig besser zu machen. Hat leider nicht lange gehalten. Auch mich hat es getroffen. Hatte ich mich doch so sehr auf mein Trainingslager im Giverola Resort bei Kumpel Łukasz Komargefreut. Es sollten tolle 10 Tage mit Freunden am Meer werden. Dort hatte ich mir echt viel vorgenommen. Auch das fand natürlich nicht statt und irgendwie lief auch bei mir viel bis alles schief. Scheinbar verlassen von meiner Menschenkenntnis musste ich erfahren zu was Menschen fähig sind, dass Vertrauen und Versprechen heutzutage nicht mehr viel wert sind. Aber es soll ja ein schöner Bericht werden.  Schwer angeschlagen zog es mich in die Eifel, um mit Lothar eine Runde zu drehen, eine Woche später war ich schon wieder da, diesmal bei Toto 2 und Helle, meinem alten Handball Kumpel aus Daun. Toto 2 hat mir eine andere Gegend gezeigt, natürlich auch Maare aber kleinere. Und als ich meine Augen über ein kleines Maar, schweifen ließ (ich komm grad nicht auf den Namen, irgendwas mit Vogelschutz), fragte mich Toto 2 warum ich nicht einfach paar Tage in die Eifel komme, und hierbleibe. Erst dachte ich was eine doofe Idee, ich fahre doch nur 45 Minuten. Ist doch extra zur Völkerverständigung eine Brücke über den großen Fluss gebaut worden, der die Eifel mit dem Hunsrück verbindet, und wir uns schneller sehen können. Aber als ich so darüber nachdachte gefiel mir die Idee immer besser, und Zeit hatte ich auch irgendwie. Zuhause habe ich noch schnell gefragt ob das verrückt wäre, es hat mich aber keiner eingewiesen. Also rief ich das Gasthaus meines Vertrauens an, den Dorfgasthaus Schmitz bei Tobias Schmitz und Jumbo. Hier war ich schon öfter, und es war immer saugut. Die tolle Terrasse auf der wir den Deutschen Meistertitel von Jens feierten, dass „Nach Party- Kopfweh- Kater Frühstück“ nach den abgefahrenen Maar Partys. Und da Matthias Simonismich zu diesem Zeitpunkt schon überredet hat den Rothaus Bike Giro zu fahren, wurde aus dem Trainingslager in Spanien, ein Trainingslager in der Eifel. So richtig anfreunden konnte ich mich mit dem Rothaus Bike Giro noch nicht. Da gab es paar Sachen die mir einfach gefehlt haben, um so ein Ding zu rocken. Aber gut. Angemeldet ist angemeldet. Bei Tobi habe ich noch ein Zimmer bekommen so dass die erste Ferienwoche im Sommer mein Trainingslager in der Eifel begann. Mit meinem Trainer Marc Pschebizin, habe ich ein paar Sachen besprochen aber letzten Endes ging es mir darum den Kopf frei zu fahren und mich so gut es geht auf den Rothaus vorzubereiten. Viel Zeit blieb mir für das Hammerrennen nicht. Es war jetzt Gott sei Dank nicht so gutes Wetter, so das noch nicht so viele Menschen am Maar rumgelaufen sind, was sich im Laufe des Sommers doch arg geändert hat.  Montagsmittags angereist, Jumbo und Tobi begrüßt, Zimmer bezogen, Schwimmanzug an, der mir extra von Ruhepuls 40 noch geschickt wurde (mit Badekappe um meine Frisur zu schonen) und ab ums Eck. Von meiner Unterkunft sind es ca. 150 Meter bis zum Einstieg ins Maar. Als ich so auf dem Steg im Regen stand kam ich mir ein wenig vor wie ein richtiger Triathlet, und wollte natürlich genauso geil ins Maar springen wie Kumpel Jens. Bin natürlich auf dem Bauch aufgeschlagen, Gott sei Dank hat es keiner gesehen, die Brille ist auch noch verrutscht und die Badekappe schwamm alleine ohne Toto im Maar. Zurück am Steg, alles wieder richten und ohne Sprung meine Schwimmrunde absolvieren. Das hat geklappt. 150 Meter zurück, im Zimmer, duschen, umziehen und ab aufs Rad. Zur Einstimmung eine Runde ums Weinfelder Maar (genannt Totenmaar), Gemündener Maar, Pulvermaar, Holzmaar und das Schalkenmehrener Maar die mir Lothar mal gezeigt hat. Was ein Tag, und zu jedem Ort gab es auch irgendwann schon eine persönliche Geschichte. Da Jumbo und Tobi montags und dienstags Ruhetag haben wurde ich von Lothars Grill bekocht. Und wie der Zufall will, treffe ich Thomas Feilen meinen Trainierkollegen der die Drittliga Mannschaft aus Wittlich betreut. Wir haben dann kurz über die doofe Situation im Handballsport gesprochen, aber eher gefreut uns zu sehen. Da war sie doch wieder meine kleine feine heile Welt.




















Tag 2 fing an das ich direkt im Schwimmanzug Richtung Maar stolziert bin. Am zweiten Tag war das Wetter etwas besser und ich hatte schon Begleitung. Die Oma vom Nachbarhaus und ihre Freundin waren auch unterwegs. So sind wir über den Spazierweg stolziert wie die Jungs in Amageddon. Ich natürlich in der Mitte. Die Omis waren etwas belustigt über mein Outfit, aber aus Respekt vor dem Alter habe ich keine Kommentare über deren Grüne Fliesen Badeanzüge der 70er Jahre Outfit gemacht und ihr Gelächter über die heutige Jugend (die haben mich gemeint) ertragen. Tag 2 könnte etwas Freizeitstress bedeuten. Das kommt davon, wenn man kurzfristig in die Eifel fährt und alles unter einen Hut packen möchte. Nach dem Schwimmen ging es für eine kleine Tour über die Mürmesrunde nach Ellscheid. Dort besuchte ich Inge Umbach von der Laufoase. Hier war ich oft mit den Kindern vom meinem alten Arbeitgeber zur Vorbereitung auf die Fairplaytour de Europe, die ja dieses Jahr leider auch ausgefallen ist. Inge ist Lauftherapeutin, und vermittelt Kindern und Jugendlichen (natürlich auch Erwachsenen) wie man vernünftig anfängt zu laufen, und viele andere Sachen die das Laufen bewirken kann. Mit Inge könnte ich auch stundenlang quatschen, das sind wirklich Genießer Momente die ich vermissen werde. Um den Kids diese Tour zu ermöglichen haben wir uns immer ganz schön ins Zeug gelegt. Grandiose Zeit in Ellscheid. Danke Inge. Aber ich habe ja wenig Zeit, und musste etwas schneller zurück nach Schalkenmehren. Ich habe dort für mittags einen Rundflug gebucht. Oben in der Nähe vom Maarkreuz gibt es tatsächlich einen kleinen Flugplatz.  Eine Freundin von mir und ich haben uns schon immer mal gefragt wie das alles von oben aussieht, also bin ich in so ein Leichtflieger eingestiegen, das war schon saucool. Carbon Leichtbauweise, Scheibenbremsen, na da fühl ich mich doch wie daheim. Das hat zwar alles ganz schön gewackelt, aber die Maare von oben sind ein unglaublicher Anblick, ebenso wie der Ring und der Hochmoselübergang. Der arme Pilot musste immer mal wieder drehen damit ich das alles auf die Kamera bekomme. Ich habe ihm gedroht sonst Flugzeugstangen abzuschneiden. Wir sind auch sehr nahe an den Nato-Flughafen Büchel gekommen, das war nicht so gut. Dann kam direkt über Funk das wir abdrehen sollen. Geil, wie in einem James Bond Film, nur das kein Bond Girl neben mir saß, sondern der Hans. Die Landung war echt übel, das Ding hat geschaukelt, und ist hoch und runter gewackelt. Als wir endlich standen habe ich Hans gefragt ob das eine gute Landung war. Hat er gemeint geht so. Hätte er schon besser hinbekommen. Nach dem Kaffee mit Hans schnell runter ins Dorf, ich habe das nächste Date mit den Locals aus Schalkenmehren. Lothar, Horst und Daniel haben sich eine feine Strecke ausgesucht. Mein Bitten nach nicht ganz so vielen Höhenmeter wegen dem Morgen wurde nicht erhört. Lothar wollte mir was Tolles zeigen, was ihm durchaus gelungen ist. Ich habe mir auf dem Weg dorthin zwar immer wieder vorgestellt wie der Lothar aussieht, wenn ich ihn teere, federe und auf einem Schimmel al la Winnetou aus dem Reservat jage, aber es hat sich echt gelohnt. Ausflug zum“ Nerother Köppche“ Eine alte Ruine nach einer Steigung von schätzungsweise 5000%. Gefahren sind wir es jedenfalls nicht, das war schon zum Schieben sausteil. Ein unglaublich schöner Moment, wenn du nach den 5000% wieder bei 1000 % an einen Baum gelehnt aufsteigen kannst, du 50 Meter fährst, und dann vor lauter Staunen wieder vom Rad fällst. Da hats mir so die Sprache verschlagen das ich umgefallen bin. Da denkt man nur daran die Steigung zu fahren und vor dir rechts taucht ein unglaublich schönes altes Gemäuer auf. Und wieder ganz 8 Jahre alt, bin ich da umher geschossen, und hoch gerannt und runtergesprungen wie früher als Bub. Horst hat öfter mal gerufen“ Toto da darf man nicht rumkraxeln“ Lothars Blick hatte was von, „Lass den Jung doch“ Zurück im Dorf hat Lothar mich nochmal bekocht, vielen Dank dafür. Es war schon am dunkel werden als ich mich auf den Weg zum Hotel gemacht habe, Die Sonne war grad am Untergehen und ich habe mich noch lange ans Maar gesetzt, auf einen Steg der viele Erinnerungen trägt und den Sonnenuntergang genossen.






















Tag 3, meine neuen Freundinnen aus dem Dorf in ihren tollen Badeoutfits haben auf mich gewartet, und wir sind zusammen rüber zum Steg gewatschelt. Mittlerweile waren auch schon paar Touris im Dorf, Diese Blicke auf die Omas und mich, ich hätte schreien können. Und wenn Hunsrücker Platt und Eifeler Platt aufeinandertreffen. Ich sags ja, Völkerverständigung. Mein letzter Tag heute. Die Mädels und ich haben uns für das nächste Jahr, dieselbe Zeit verabredet, mir viel Glück für das Etappenrennen gewünscht. Für die heutige Tour habe ich mir eine schöne Strecke rausgesucht, die mich in fremde Gefilde führen sollte. Los gefahren stand ich auf einmal schon wieder auf dem Nerother Köppche nur von einer anderen Seite. Die 5000% waren aber diesselben, keine Ahnung warum, aber muss wohl Schicksal gewesen sein. Ganz alleine da oben hat es auch eine gewisse Mystik ausgestrahlt, und man denkt sich schon mal was hier früher so alles los war. Wie oft die Leute diesen verdammt steilen Anstieg hoch mussten. Aber auch unschön, viel Müll dort oben lag, von wem auch immer. Meine Nuss Tüte war leer so dass ich zumindest ein wenig Müll und paar Kippenstummeln mitnehmen konnte. Aber vor lauter Träumen und gucken habe ich mal wieder die Uhr nicht im Blick gehabt. Ich habe ja keine Ahnung wo mich Komoot noch hinführt, und für abends bin ich zum Essen verabredet mit Toto 2 und Helle. Also heißt es ein wenig Gas geben. Als ich so auf dem Rückweg bin habe ich gemerkt, dass ich mich ziemlich platt gefahren habe die letzten Tage. Mein Wasser war leer und zu essen habe ich auch nix mehr gehabt. Die Fahrt wurde ganz schön zäh, vor allem hats noch angefangen zu regnen. Habe ich mich doch blau gefahren. Zurück im Dorf, bin ich dann ganz schnell in ein Café, die hatten aber kein Kuchen und keine Teilchen mehr. Und auch sonst hat sich das schwierig gestaltet zu der Zeit. Einige Geschäfte hatten noch Corona bedingt zu. Ich war nah am Verhungern. Der Dorfladen war meine Rettung. Eigentlich habe ich alles gekauft was mein Notgroschen von 10 Euro hergibt, da waren irgendwie paar Scheiben Brot dabei, eine komische Salami, 2 Snickers, 2 Bounty und als ich bezahlt hatte sah ich noch eine Milchschnitte und ne Cola. Die Frau hat kommentarlos alles hingestellt. Geld hat jetzt nicht ganz gereicht, aber sie hat abgewunken und gesagt ich hätte ja wohl Hunger. Ich hab auch ein wenig wehleidig geschaut.  Ja habe ich gesagt, und die Cola auf Ex getrunken die Milchschnitte ein Snickers und ein Bounty verschlungen. Dann konnten wir auch gut miteinander sprechen und lachen. Mit meinen restlichen Errungenschaften bin ich zurück zum Hotel, standesgemäß ums Maar, aufgetankt mit was Essbarem habe ich noch schnell einen Abstecher hoch zum Maarkreuz gemacht. Hier hat der Tim Timmäh Greis seiner Anni während dem Vulkan Bike Marathon einen Heiratsantrag gemacht, und als sie ja gesagt hat ist er auch flott weiter. Wir sind ja schließlich Rennfahrer.  Und auch sonst ist es ein toller Ausblick, wenn du von oben auf das Maar schauen kannst, und weißt das du gleich über noch schönere Trails wieder ins Dorf fahren kannst. Ähnlich wie der Ausblick vom Dronketurm auf das Gemündener Maar. Und nichts gegen Lothars Grillkünste, aber auf meinen letzten Abend in der Eifel habe ich mich jetzt wirklich gefreut, Heute wird gekocht und es gibt Futter bei Tobi und Jumbo. In die Süßkartoffelpommes könnte ich reinspringen. Ah war das lecker und ein geselliger Abend mit Freunden. Was ja eigentlich auch schon sensationell ist das ein ehemaliger Dauner, und ein ehemaliger Kleinicher Handballspieler gute Freunde geworden sind bei der Historie beider Vereine in den 80er Jahren. Was da so alles in den Hallen los war, Reden wir besser nicht drüber. Heute ist es Gott sei Dank anders.


Tag 4 ich habe beschlossen noch eine Tour zu drehen und später nach Hause zu fahren. Aber erst wird probiert al la Jens einen Köpper ins Maar zu machen. Also gesprungen bin ich, es ist alles da geblieben wo es sein soll, ein Vogel  und paar Enten haben Beifall gezwitschert und gequakt, aber gefühlt war es wieder ein Bauchklatscher. Das Meerfelder Maar und Ulmener Maar habe ich bisher ja nur von oben gesehen, also wollte ich da noch hinfahren.  Meine Sachen konnte ich im Hotel einfach stehen lassen, das war alles gar kein Problem. Das Wetter war echt mies, aber ich verbuche es als Rothauswetter. Komoot hat mir den Weg gezeigt und dieser Weg war ganz schön anstrengend. Boah, die letzte Tour hatte es echt in sich. Wahnsinnsrampen.  Aber es war eine tolle Strecke, mit viel Felsen, Wald, Trails wie ich es halt mag. Viele Örtlichkeiten wo ich am liebsten stehen geblieben wäre um zu schauen. Es war eine tolle Zeit in Schalkenmehren. In den 4 Tagen bin zwar nur knapp 200 Kilometer mit 5500 Höhenmeter gefahren, aber wer MTB fährt, und das in der Eifel, der weiß das das ganz ordentlich ist. Das Schwimmen vorher und nach dem Training hat das ganze echt abgerundet.  Und der Rothaus hat gezeigt, dass man sich in der Eifel gut vorbereiten kann. In der Zwischenzeit war ich natürlich immer wieder dort, vor 2 Wochen mit Toto 2 und Andy Häb mal in die Gerolsteiner Richtung, aber es gibt noch so viel zu sehen, und der Trailpark Vulkaneifel hat noch so viel zu bieten das ich keine Angst habe, das mir langweilig wird. Wenn man die richtige Zeit erwischt, ist es auch nicht so voll dort. Das wäre dann der Vorteil des Hunsrücks. Dort ist es echt noch ruhig, aber dort fehlt es halt auch an Infrastruktur. Für einen Kaffee muss ich lange fahren.



Vielen Dank ihr lieber Eifeler für die Aufnahme, die tolle Bewirtung, Euer Wissen, aber nach 4 tollen Tagen wurde es auch Zeit wieder über den großen Fluss nach Hause in den Hunsrück zu fahren. Trotz der Pandemie wünsche ich euch allen eine ruhige Zeit. Bleibt gesund, bleibt fair, bleibt pink und lasst uns zusammenhalten. Bis ins nächste Jahr am Maar.




Euer 

Toto





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